Warum wir Urlaub machen und was Urlaub mit uns macht

Wir fahren in Urlaub. Einfach so. Einmal im Jahr. Mindestens. Manchmal zweimal, manchmal dreimal. Warum eigentlich? Und was passiert da mit uns?

Warum fahren wir eigentlich in Urlaub? Eine landläufige Antwort auf diese Frage lautet: Ich brauche Tapetenwechsel! Also: Wir suchen Abwechslung und Veränderung. Luftveränderung – auch so ein Wort. Vergleichbar mit Tapetenwechsel.

Normalerweise sind wir Veränderungen gegenüber eher zurückhaltend. Es sei denn, sie sind gewollt und geplant. Urlaub ist in der Regel so eine geplante Veränderung. Selbst bei einem Last-minute-Urlaub hat man häufig schon einige Zeit im Hinterkopf, dass man mal die Tapeten wechseln und die Luft verändern will, dass man mal raus will aus dem Alltag – aus dem, was alle Tage ist.

Egal, was alle Tage konkret für jeden einzelnen bedeutet, also aufstehen, zur Arbeit fahren, Essen kochen, die Kinder zum Sport und das Auto in die Werkstatt bringen, Arzttermine und Vereinssitzungen, raus aus dem Alltag heißt raus aus dem Müssen und rein in den Müßiggang. Müßiggang heißt hier aber nicht unbedingt nur Nichtstun.

Entspannen Sie vom Alltag

Raus aus dem Alltag heißt raus aus den Zwängen und rein in die Freiheit. Und Freiheit meint hier vor allem innere Freiheit. Das ist der Dreh- und Angelpunkt: Kommt man in die eigene, innere Freiheit, ins Lassen und Loslassen, ist die Verabredung zu einem Tennisspiel, zu einer Mountainbike-Tour oder einem Wellness-Tag im Urlaub anders als im Alltag kein Müssen mehr.

Mit dem Urlaub suchen wir die Veränderung und letztlich den Kontakt zu uns selbst. Der Alltag ummantelt und beschichtet uns durch seine Zwänge und Verpflichtungen. Die Last, die sich über Wochen und Monate ansammelt, wird immer schwerer. Wir verspüren das Bedürfnis, Last loszuwerden, uns frei zu schälen, uns selbst wahrzunehmen und zu sehen. Wir wollen in die Leichtigkeit. Wir suchen und brauchen die Erfahrung, ein Kann-Mensch zu sein und kein Muss-Mensch. Wir brauchen das Gefühl, dass der Tag in seiner Weite vor uns liegt und mit ihm unzählige Möglichkeiten. Und das wir uns auf diese Möglichkeiten freuen. Ganz anders als im Alltag: Wir öffnen die Augen, und der Tag liegt durchgetaktet vor uns. Unzählige Möglichkeiten machen uns im Alltag eher Angst.

Genießen Sie den Sommer mit der ganzen Familie

Egal, ob man eher der aktive oder eher der ruhige Urlaubstyp ist, ob man eher einen Gang rauf- oder einen Gang runterschaltet, ob man lieber Tower Jump und High Adventure Experience macht oder lieber auf der Terrasse seines Ferienhaus liegt und den weißen Schäfchenwolken zusieht, wie sie über den schwimmbadblauen Himmel ziehen – entscheidend ist, dass man entspannt! Dass man in den Müßiggang kommt, dass man Muße hat.

Woran merkt man, dass man entspannt ist? Gute Frage! Achten Sie mal auf Ihre Atmung und auf Ihren Bauch. Bleibt der flach und eingezogen beim Atmen, sind Sie garantiert unentspannt. Achten Sie mal auf ihren Mund. Ist der leicht geöffnet und Ihr Kiefer locker? Perfekt! Und wie sieht es mit Ihrer Stirn aus? Ist die gekräuselt oder zeigen Sie gar eine steile Stirnfalte? Ganz schlecht! Massieren Sie mal mit Ihrem Zeige- oder Mittelfinger leicht Ihr drittes Auge! Das ist die Stelle an der Stirn über dem Nasenansatz. Sie werden sehen! Und wo sagt Ihnen Ihr Körper sonst noch, dass Sie unentspannt sind? Haben Sie die Hände zu Fäusten geballt? Gehen Sie mit hochgezogenen Schultern? Ein entspannter Körper birgt ein sehr viel geringeres Unfallrisiko als ein verkrampfter, beim Beachvolleyball zum Beispiel oder beim Squash oder Klettern.

Zip Wire

Unser Körper ist das Haus, in dem wir wohnen. Öffnen Sie mal alle Fenster und Türen. Lassen Sie einen leichten Sommerwind durch Ihre Hütte, Ihre Burg, Ihren Tempel wehen. Klettern Sie raus und schauen Sie sich Ihr Haus von außen an. Gehen Sie mal drum herum. Noch besser: Steigen Sie in Ihr inneres UFO, klappen Sie Ihre beiden Schädelhälften auf und fahren Sie aus sich raus. Steigen Sie leicht und leise auf und schauen Sie sich und die Welt von oben an: Wie Sie auf der Wiese oder am Strand liegen, wie Sie an der Seilbahnrutsche Zip Wire übers Wasser sausen oder Ihrem Nachwuchs dabei zuschauen, wie dieser die Esel auf dem Kinderbauernhof mit Heu versorgt. Gewinnen Sie Abstand, schauen Sie liebevoll auf sich selbst und die Welt. Schmunzeln Sie – über das Leben, die Schönheit der Natur, den Irrsinn des Alltags. Spreizen Sie die Flügel, atmen Sie durch! Freuen Sie sich darüber, dass Sie da sind – einfach so.

Eigentlich muss man Ihnen das alles gar nicht sagen, weil Sie das wissen. Sie wissen, warum Sie Urlaub machen, und Sie wissen, was Urlaub mit Ihnen macht. Gut, betrachten Sie es einfach als Erinnerungsunterstützung. Gute Reise. Gutes Schmunzeln.

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