Offline-Urlaub: So machen Sie es sich zusammen gemütlich

Nach dem ganzen Schulstress und dem harten Schuften sehnen sich alle nach dem wohlverdienten Urlaub. Endlich wieder Qualitätszeit mit der Familie, so hofft man. Denn stellen Sie sich wirklich das Gleiche unter dem idealen Urlaub vor wie Ihre Kinder? Würden die nicht lieber den ganzen Tag nur mit Zocken verbringen? Mit diesen neun Tipps ist ein toller Urlaub für alle Beteiligten gesichert!

Endlich Ferien! Zeit, um genau dieses Buch zu lesen, sich in der Sonne zu räkeln und lecker essen zu gehen. Und um Zeit mit der Familie zu verbringen. Gemeinsam etwas unternehmen. Zusammen aus essen gehen, in den Bergen wandern, schwimmen gehen, nett am Lagerfeuer sitzen, ein Schloss besichtigen, und dergleichen. Sie nehmen sich ganz fest vor, nicht zu streng zu sein. Denn schließlich haben auch die Kinder Ferien. Sie möchten keine Zankereien und kein Quengeln wegen Tablets und Smartphones. Aber Moment mal! Träumen Sie da nicht zu viel? Haben wirklich alle das Gleiche im Sinn? Wissen Ihre Kinder eigentlich, was Sie genau unter Zusammensein verstehen?

Tipp 1: Formulieren Sie Ihre Erwartungen

Lassen Sie alle aussprechen, was sie sich vom Urlaub erwarten. Ihre Kinder sind dann nicht gleich wild auf gemeinsame Unternehmungen, haben aber dann Zeit, sich schon einmal damit anzufreunden. Erstellen Sie zum Beispiel eine Wunschliste und bitten Sie Ihre Kinder, das ebenfalls zu tun. Besprechen Sie miteinander, was jedem für einen angenehmen Urlaub wichtig ist.

Monica (37): „Ich merkte, dass es mit meinen beiden Jungs gut funktionierte, schon vor dem Urlaub gemeinsam zu bedenken, was wir zusammen unternehmen wollten. Nicht bis ins Detail, aber eben grundsätzlich. Früher konnten sie sich zu nichts aufraffen. Je leichter sie sich taten, desto leichter fiel es auch mir, mich an ihre Wünsche anzupassen.“

Gemeinsam etwas unternehmen


Tipp 2: Legen Sie ein Maximum pro Tag fest

Auf der Wunschliste der Kinder steht natürlich das Spielen mit dem Handy oder Tablet. Das passt vielleicht nicht zu Ihrer Vorstellung eines gelungenen Urlaubs, aber wichtig ist, auch die Wünsche der Kinder zu respektieren. Sprechen Sie dennoch eindeutige Regeln ab. Zum Beispiel darüber, wie lange sie pro Tag damit spielen dürfen, dass mobile Endgeräte beim Essen, auf der Terrasse, im Café oder bei Unterhaltungen nichts auf dem Tisch zu suchen haben. Eine gute Richtlinie lautet: Etwa zwei Stunden Bildschirmzeit pro Tag, bei einem Maximum von drei Stunden. Mehr Tipps zum Thema Medienerziehung?

Carline (41): „Im Urlaub gelten nicht plötzlich ganz andere Regeln als daheim. Wir hantieren im Urlaub die Wochenendregel. Ich gönne Ihnen dann etwas mehr Zeit mit dem Handy. Nach anderthalb Stunden sage ich dann einfach: Die Zeit ist um! Und dann holen wir ein Gesellschaftsspiel aus dem Regal oder ich schicke sie nach draußen.“

Tipp 3: Seien Sie (alle) deutlich und direkt

„Bleibst du nicht zu lange mit deinem Tablet beschäftigt?" oder: „Hörst du jetzt gleich mal auf?“ Das ist für Kinder vollkommen unklar und bietet ihnen nur noch mehr Anlass, noch länger vor dem Bildschirm zu hängen. Erinnern Sie sie deshalb an die vereinbarten Regeln. Sagen Sie: "Wir haben ausgemacht, dass du eine Stunde spielen darfst. Die Stunde ist jetzt um. Also legst du dein Telefon jetzt weg.“ Versuchen Sie dabei, die gleichen Richtlinien als Ihr Partner zu hantieren. Nichts ist verwirrender als zwei Elternteile mit zwei komplett unterschiedlichen Ansichten über die Mobiltelefon- oder Tablet-Nutzung.

Chris (47): „Mein Mann und ich sind uns nicht immer einig. Er findet, dass ich mich mehr an die heutige Zeit anpassen sollte und akzeptieren muss, dass unsere Kinder mehr Zeit vorm Bildschirm verbringen. Ich finde, dass unsere Kinder zu lange mit Handys beschäftigt sind, er findet es nicht so dramatisch. Wir haben nicht die gleiche Meinung, aber wir kommunizieren sehr wohl die gleichen Erwartungen. Ich bin überrascht, wie viel besser unsere Kinder plötzlich auf uns hören.“

Starten Sie aktiv in den Tag


Tipp 4: Seien Sie ruhig streng

Vielen Eltern fällt es schwer, streng zu sein. Das gilt insbesondere im Urlaub. Sie möchten nicht die ganze Zeit ihre Kinder zur Ordnung rufen und ihnen das Spielen mit dem Handy verbieten. Wenn beide Seiten jedoch streng und deutlich sind, führt dies zu wesentlich besserer Stimmung: Nicht alles muss ständig ausdiskutiert werden und das sorgt wiederum für viel mehr Ruhe.

Annabel (39): „Ich wollte nicht ständig der Buhmann sein. Dadurch ließ ich viel mehr durchgehen, als ich eigentlich wollte. Doch das ging in die falsche Richtung los. Statt geselliger Stimmung herrschte nur noch mehr Konfliktpotential. Ich ärgerte mich, weil ich einfach alles schluckte und mein Sohn ärgerte sich, weil er nicht wusste, wo es lang geht. Inzwischen bin ich etwas strenger. Und das ist viel angenehmer.“

Tipp 5: Starten Sie aktiv in den Tag

Gerade morgens ist es verlockend, die Kinder noch kurz mit ihrem Handy oder Tablet allein zu lassen: Dann herrscht noch ein wenig Ruhe. Bedenken Sie aber auch, dass sich Kinder nach der Bildschirmaktivität weniger gut eigenständig etwas Kreatives ausdenken können. Lassen Sie sie also erst eine nette Beschäftigung planen, bevor das Mobiltelefon zum Zuge kommt.

Marieke (36): „Ich merke, dass meine Kinder nur schwer ihre eigene Fantasie anwenden können, wenn sie erst eine Zeit lang vor dem Fernseher oder vor dem iPad saßen. Vor allem im Urlaub fiel das echt auf. Jetzt, wo ich sie nicht direkt zum iPad lasse, denken sie sich die witzigsten Dinge aus.“

Schlagen Sie ruhig mal vor, mitzumachen!


Tipp 6: Belohnen Sie Offline-Verhalten

Merken Sie, dass die obigen Tipps bei Ihren Kindern ihre Wirkung verfehlen? Vielleicht hilft es dann, das Offline-Verhalten zu belohnen. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass Sie sich freuen, wenn sie etwas anderes tun, und stellen Sie ihnen dafür etwas Positives in Aussicht. Oder geben Sie etwas von der „gemeinsamen Zeit“ ab an die „Online-Zeit“. So schaffen Sie ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Telefon und echter Familienzeit.

Joyce (37): „Für mich ist das echt eine Doppelsieg-Situation. Meine Töchter bekommen so das, was sie möchten, und mein Mann und ich ebenfalls. Ich muss zugeben: Sie gingen ohne Murren mit zu Tagesausflügen. Wir hatten einen echt erholsamen Urlaub. Dieses Jahr möchte ich sie dazu anspornen, ihre Handys so viel wie möglich links liegen zu lassen. Und selbst mache ich natürlich auch mit!“

Tipp 7: Wie oft sind Sie selbst mit Ihrem Handy zugange?

Es mag eine dumme Frage sein: Aber wie oft sind Sie eigentlich selbst mit Ihrem Handy oder Tablet beschäftigt? Wenn Sie selbst gerade am Handy sind und dann Ihrem Sohn zurufen, dass er jetzt echt draußen spielen soll, ist das weitaus weniger überzeugend, als wenn Sie sich selbst auch draußen vergnügen.

Berdien (36): „Ich bin davon überzeugt, dass man mit gutem Vorbild vorangehen sollte. Also selbst auch nicht die ganze Zeit mit dem Telefon in der Hand herumlaufen. Schon gar nicht, wenn man sich gerade unterhält. Wenn meine Tochter mich etwas fragt, lege ich fast sofort mein Handy zur Seite und höre ihr wirklich voll und ganz zu. Auch bei Tisch und beim Essen: Telefon weg und Fernseher aus. Ich jogge und mache selbst Schmuck: So sieht meine Tochter auch, dass es abgesehen vom Handy noch viel mehr zu erleben gibt.“

Endlich wieder Qualitätszeit mit der Familie


Tipp 8: Schlagen Sie vor, mitzumachen

Mal ganz ehrlich: Haben Sie eine Ahnung, was Ihre Kinder so alles mit dem Smartphone anstellen? Es klingt so simpel, aber fragen Sie einfach mal danach. Schlagen Sie ruhig mal vor, mitzumachen. So bekunden Sie echtes Interesse an dem, was Ihr Kind tut und verstehen vielleicht besser, warum diese oder jene App oder das eine Spiel so wichtig für sie/ihn ist. Eventuell sehen Sie dadurch nicht nur die negativen Aspekte, sondern auch die positiven. Gibt es eine bestimmte App oder ein bestimmtes Spiel, worauf Ihr Sohn oder Ihre Tochter total scharf ist? Versuchen Sie dann, herauszufinden, was daran so toll ist und setzen Sie das ins „echte Leben“ um. Inzwischen gibt es immer mehr „Real Life“-Spiele, die man spielen kann, zum Beispiel Escape Rooms oder Lasergames. Sie sind oft genauso spannend, und die Kinder sind zumindest körperlich aktiv.

Valerie (45): „Ich merkte, dass ich mich oft über meine Tochter ärgerte. Womit ist sie denn jetzt schon wieder zugange? Ich konnte das nicht nachvollziehen. Die Folge war, dass wir uns oft gestritten haben. Sie fühlte sich nicht ernst genommen und ich wollte einfach nur, dass sie mit dem Handy aufhört. Vor kurzem haben wir zusammen mit musical.ly kurze Videos zu bestimmten Liedern gemacht. Je mehr 'Likes' wir bekamen, desto stolzer wurde meine Tochter. Inzwischen quatschen wir öfter miteinander anstatt uns zu kabbeln.“

Tipp 9: Leben Sie sich gemeinsam kreativ aus

Machen Sie ein BMX-Rennen, gehen Sie zum Paintball, stürzen Sie sich zusammen beim Bungeespringen von einem Turm oder bewerfen Sie sich mit Wasserbomben. Gemeinsam kommen Sie bestimmt auf die tollsten Ideen.

Endlich mal gemeinsam unterwegs? Schauen Sie, was Sie bei Center Parcs alles unternehmen können!

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