Woher stammen unsere Weihnachtsbräuche?

Woher stammen unsere Weihnachtsbräuche?


Weihnachten hat einen festen Termin im Jahreskalender, anders als Ostern, Pfingsten oder Karneval. Rund um Weihnachten gibt es viele Bräuche, die sich erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Einige davon sind christlichen Ursprungs, wie zum Beispiel das Aufstellen einer Krippe oder der Besuch der Christmette, andere kommen aus nicht-christlichen Traditionen.

Weihnachten am 25. Dezember – warum?

Schon lange, bevor Weihnachten gefeiert wurde, haben die Menschen bemerkt, dass die Sonne ihren Stand verändert und die Tage länger und die Nächte kürzer werden. Dieses alljährliche Phänomen nennen wir Wintersonnenwende, obwohl die Sonne sich nicht vom Fleck bewegt und allein die Erde ihren Lauf verändert. Die Wintersonnenwende vollzieht sich auf der Nordhalbkugel in der Regel am 21. Dezember.

Schon bei den bei germanischen Stämmen Nord- und Mitteleuropas und bei den Römern wurde der sich vermeintlich umkehrende Sonnenstand gefeiert. Die Wintersonnenwende galt als die Rückkehr des Lichts. Die Römer verbanden die Freude auf längere Tage unter anderem mit den sogenannten Saturnalien, Festspielen zu Ehren des Gottes Saturn in der Zeit vom 17. bis 30. Dezember. Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurde am 25. Dezember insbesondere dem Sonnengott Mithras gehuldigt. Es wird vermutet, dass diese Sonnenwendfeier allmählich in das Fest von Christi Geburt überging, als das Christentum schließlich am Ende des 4. Jahrhunderts zur römischen Staatsreligion erhoben wurde. Die Geburt Jesu wurde zum Sinnbild für das in die Welt kommende Licht.

Theologisch unterfüttert wurde diese Überlagerung durch das Fest Mariä Verkündigung am 25. März. An diesem Tag feiert die katholische Kirche das im Lukasevangelium überlieferte Geschehen, wie der Erzengel Gabriel zu Maria kommt und ihr die Geburt ihres Sohnes Jesus verkündigt. Neun Monate später ist der 25. Dezember.

Weihnachtsbaum im Wohnzimmer – wieso?

Grün steht für Hoffnung und damit verbunden für Frohsinn und Kraft. Die ergrünende Natur im Frühjahr wird seit jeher als erwachendes Leben interpretiert, immergrüne Pflanzen als ungebrochene Lebendigkeit. Den Brauch, frisch ergrünte Bäume oder immergrüne Pflanzen in den Mittelpunkt von Festen zu stellen und sie darüber hinaus zu schmücken (zum Beispiel Maibäume), gibt es in vielen verschiedenen Kulturen. Dass wir uns an Weihnachten eine Tanne ins Wohnzimmer stellen und diese schmücken, ist eine Sitte, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

Die Wintersonnenwende ist auch hier von Bedeutung: Die Römer schmückten einen Baum, um ihren Sonnengott Mithras zu ehren. Im Mittelalter beging man an Weihnachten die sogenannten Paradiesspiele. In den Kirchen wurden Bäume aufgestellt, in die man Äpfel hängte. Diese „Paradiesbäume“ sollten an den Sündenfall Adams und Evas gemahnen. In der Verbindung mit Christi Geburt symbolisierten sie zugleich die Befreiung des Menschen von der Erbsünde. Mistel-, Eiben- und Tannenzweige wurden im Mittelalter über den Türen aufgehängt, um böse Geister zu vertreiben. Nach und nach setzte sich das Aufstellen von Weihnachtsbäumen durch. Im Mittelalter vor allem im Freien auf öffentlichen Plätzen, vergleichbar den sogenannten Maibäumen. Deshalb wurden die Weihnachtsbäume in manchen Regionen auch „Weihnachtsmaie“ genannt. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts etablierte sich der geschmückte Tannenbaum als zentrales Utensil des Weihnachtsfests innerhalb der Familie in Deutschland und fand in der Folge weltweit Verbreitung.

Dass wir Weihnachten als Fest mit der Familie und engen Freunden in geschmückten Privaträumen feiern, ist darüber hinaus dem Umstand geschuldet, dass Weihnachten im Mittelalter mit lauten Umzügen in den Straßen und Gassen begangen wurde. Den Kirchenoberen wurde das bunte Treiben zu ausufernd. Sie verurteilten es als heidnisch und verbannten es von den Straßen.

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